Bäderbauer des Monats:

Vorleben, was man den Kunden verspricht...


Bäderbauer des Monats ist Lars Jauer, der mit einer neuen Betriebsstätte samt Ausstellung neue Maßstäbe setzt.
Das Bielefelder Traditionsunternehmen ist gut aufgestellt.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Unsere Ausstellung soll auf den ersten Blick unsere Stärken und Möglichkeiten aufzeigen.« Lars Jauer

(Dieter Drossel, Zeitschrift Naturstein 03/17) Mit der offiziellen Einweihung der neuen Betriebsstätte am 3. März vollendet Lars Jauer seinen Traum einer Steinmanufaktur mit angeschlossenem Showroom, nachdem er drei Jahre zuvor die Firma komplett von seinem Vater Uwe Jauer übernahm und das Pachtgrundstück zu seinem Eigentum machte. Die Firma Jauer gehört zu den Traditionsbetrieben in Bielefeld. Sie wurde vom Vater 1973 in einem Bauernhaus an der Carl -Severing-Straße 160 gegründet. 20 Jahre später baute Uwe Jauer auf dem heutigen Grundstück in der Eisenstraße 4 eine eigene Produktion auf. Büro und Grabmalausstellung blieben noch ein paar Jahre am ursprüng-lichen Standort. Mit Eintritt in die Geschäftsleitung im Jahre 2005 kreierte Lars Jauer den Slogan »Ideen leben« mit einer neuen Marketingstrategie, wofür er von der Fachzeitschrift »Stein« sogar den Marketing-Oskar erhielt. Lars Jauer lebt seinen Kunden vor, was er ihnen aufzeigt und verspricht. Für ihn ist die neue Ausstellung nicht nur eine Präsentation von Materialien, sondern gelebtes Unternehmertum mit einer Mannschaft, die voll hinter ihrem Chef steht. Nicht ohne Grund lässt er sich am liebsten mit seinem Team fotografieren. »Die Arbeit mit Großformaten erfordert die Weitsicht aller Mitarbeiter und ein 100%iges Zusammenspiel von der Planung über die Produktion bis zur Installation der Platten«, weiß der 44-jährige gelernte Steinmetz- und Steinbildhauermeister aus seiner täglichen Arbeit zu berichten. Das neue Gebäude wurde mit dem Detmolder Unternehmen Maaß Industriebau realisiert. Lars Jauer war es wichtig, ein massives Gebäude zu errichten. Die Halle aus atmungsaktiven Porenbeton-Elementen ist 36 m lang, 16 m breit und 7 m hoch. Zukunftsorientiert wurden eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion auf dem Dach installiert und sparsame LED-Leuchten verwendet. Im Mittelpunkt der Produktion steht eine CNC-Drehkopfsäge der Marke Gmm. Sie bestimmt die Schlagzahl in der Fertigung der Küchenarbeitsplatten, Waschtische, Treppenanlagen, Fensterbänke, Boden- und Wandverkleidungen sowie sonstigen Zuschnitten. Anschließend werden die gesägten Teile am Kantenautomaten, am Bearbeitungszentrum oder manuell weiterveredelt. Das Rohplattenlager befindet sich zum großen Teil im Außenbereich des 5.800 m2 großen Betriebsgrundstücks. Langfristiges Ziel ist es, eine Rohplattenhalle im Anschluss an die Produktion zu errichten, wobei es Jauer wichtig ist, immer den Überblick über die Investitionen zu behalten. 26 Jahre habe man seine Kunden erfolgreich aus dem Bürocontainer zufrieden stellen können, blickt er auf seine alte Wirkungsstätte zurück, die jetzt mit der alten Produktion an einen befreundeten Grabsteinmetz verpachtet wurde.

Moderne CNC-Säge in der neuen Produktionshalle

 

Schwerpunkt Küchen & Bäder

»Alle Exponate lassen sich leicht aus tauschen. So können wir die Ausstellung immer wieder aktualisieren.« Lars Jauer

 

Lars Jauer in seiner Ausstellung an der höhenverstellbaren Kochinsel

 

Sinn und Zweck der Ausstellung ist die Beratung zu Küchen und Bädern. Mit der Produktion von über 300 Küchenarbeitsplatten im Jahr hat Jauer ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis für seine Küchenpartner entwickelt. Viele Kunden werden von den um-liegenden Küchenstudios zur Auswahl der Küchenarbeitsplatte in die Manufaktur geschickt. Hier geht es in erster Linie um die Wahl der Naturstein-, Keramik-oder Quarzwerkstoffarbeitsplatte mit der gewünschten Oberfläche.
Für die Planung des neuen 300 m2 großen Büro- und Ausstellungstrakts hat sich Lars Jauer mit seinem Team Zeit genommen und sich unterschiedliche Showrooms angeschaut. Die entscheidenden Gestaltungsideen brachte ihm ein Besuch beim Weltmarktführer für exklusive Natursteine, der Firma Antolini in Sega di Cavaion, Italien. Organisiert wurde die Ausstellungsberatung durch den Steinhändler Albert Killing von K-2 Natursteine, mit dem Lars Jauer die Technikerschule besucht hat. Das Faszinierende an den Lifestyle-Ausstellungen von Antolini war für Lars Jauer und sei-nen Mitarbeiter Torsten Eisenhardt, dass alle Ausstellungsteile im Messebauverfahren realisiert wurden und sich entsprechend einfach austauschen lassen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Spiegelbild aus IRISH GREEN-Marmorplatten in der Jauer Ausstellung hinter der freistehenden Badewanne nur mit Agraffenhalterungen befestigt worden ist und somit jederzeit verkauft werden kann. Den freistehenden Küchenblock kann man ebenfalls mobil auf Regionalmessen einsetzen.

Küchenarbeitsplatte aus der Gesteinssorte FANTASTIC WHITE von Antolini/K-2

 

Wir zeigen hochwertige Natursteine für Küchen und Bäder.«  Lars Jauer

Die besondere Raffinesse an der Kochinsel ist ihre Höhenverstellbarkeit. »Nichts ist schlimmer, als in der Küche in einer unangenehmen Höhe arbeiten zu müssen«, weiß der 190 cm große Ostwestfale aus Torsten Eisenhardt leitet als Techniker die Bauvorhaben.

 

eigener Erfahrung zu berichten. Der Boden in der Ausstellung wurde mit dem Limestone PERSIANO ausgestattet, der einen neutralen Untergrund für die Natursteine oder die hölzerne Sitzecke bietet.

Die Muster- und Collageecke im Showroom wirkt aufgeräumt und beinhaltet nur die Materialien, mit denen das Team begeistern möchte. Wichtig war es Lars Jauer, dass die Materialien in der Ausstellung zur Geltung kommen und nicht in Fliesen ständern versteckt werden. So machte er beispielsweise aus der Not eine Tugend, indem er die Heizung mit einer transluzenten Onyx-Platte bekleidete, die hinterleuchtet wird. 

Zentraler Blickfang in der Ausstellung: ein »Spiegelbild« aus dem Marmor IRISH GREEN

 

Damen-Gästebad aus dem Marmor SEQUOIA BROWN in Kombination mit Limestone PERSIANO

 

Die Gästebäder als Aushängeschild

 

Für die Darstellung der Badkompetenz hat Lars Jauer im Damen- und Herrenbad bzw. -WC in eine Raumgestaltung der Extraklasse investiert. Im Mittelpunkt steht sein Lieblingsmaterial: Naturstein, denn »kein anderer Werkstoff bietet so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie das Original aus der Natur. Hier kann man die Oberflächen individuell für jeden Kunden anpassen oder natürliche Strukturverläufe in die Gestaltung integrieren, was besonders im SILVER BROWN WAVE- Marmorbad zur Geltung kommt«. Sowohl die Duschtasse im Damenbad als auch der Waschtischim Herren-WC wurden in Zusammen -arbeit mit dem Design-Label »baqua« realisiert, wo Jauer für die Region als Partner gelistet ist. Die Besonderheit des baqua-Designs liegt in der einzigartigen Wasserführung eines gleichmäßigen Ablaufs zum Beckenrand.

 Herren-Gäste-WC aus dem Marmor SILVER BROWN WAVE

 

Die Auszeichnung »Bäderbauer des Monats« mit einer 5 Sterne-Zertifizierung erhalten Manufakturen für ihre ganzheitliche Kundenberatung und den Nachweis entsprechend hochwertiger Referenzobjekte, die gewerkeübergreifend geplant und realisiert worden sind. Der Autor hat sich persönlich von der Qualität der Arbeiten überzeugt. Die Planungsentwürfe wurden per Handskizze oder mit Hilfe des Gestaltungsprogramms Palette CAD realisiert.

Dagmar Ostermann berät die Kunden sachkundig.

 

Schritt in eine neue Steinzeit


Queller Handwerksbetrieb begegnet der Zukunft mit großer Produktions- und Bürohalle 

Firmenchef l.lr.; Jauer (43) mit einer Auswahl an Natursteinen vor seiner neuen Produktionshalle an der Eisenstraße. Im vorderen, flacheren Teil des Neubaus werden Dauerausstellung, Büros und sanitäre Anlagen untergebracht. In der Bildmitte rechts ist der Eingangsbereich zu sehen, der als Erker mit einer Steinverkleidung aus cremefarbenem Bauhaus-Travertin abgesetzt wurde. Fotos: Markus Poch

Von Martus Poch WESTFALEN BLATT 17.August 2016

Quelle (WB). Nach, Jahren des Anflickens und lmprovisierens hat sich das Queller Unternehmen Jauer Natursteine für eine Investition in den Standort und die Zukunft entschieden: Auf seinem Grund­stück an der Eisenstraße 4 entsteht seit März eine 540 Quadratmeter große Produktionshalle mit angegliedertem, 300 Quadratmeter großem Büro ­und Ausstellungstrakt.
Eine Dauerausstellung soll künftig veranschaulichen, auf welche Einzelanfertigungen sich der Steinmetzbetrieb spezialisiert hat Treppen. Fensterbänke, Waschtische, Küchen-Arbeitsplatten und Bäder aus Naturteinen oder Quarzkomposit. Letzteres ist ein beliebig formbares und einfärbbares Material aus Quarzkörnem, die mit Epoxidharz verbacken werden. Jauer bezieht seine Rohstoffe wie Marmor, Granit, Sandstein. Kalkstein oder Quarzit aus der ganzen Welt, jedoch überwiegend aus Deutschland, Italien, Spanien. Brasilien. Südafrika, Indien und China. Bestimmte Einzelfliesen sind bis zu sechs Quadratmeter groß.

Haben für den Betrieb Jauer ausgedient und sollen künftig vermietet werden: die 75 Quadratmeter großen Bürocontainer (links) und die alte 350-Quadratmeter-Produktlonshalle (hinten). 


»Endlich können wir unseren Kunden dann auch zeigen. was wir können«, sagt Firmenchef Lars Jauer mit Blick auf das neue Gebäude. Sowohl in der alten, mit 350 Quadratmetern deutlich kleineren Produktion als auch in dem bisherigen 75-Quadratmeter-Containerbüro habe dazu der Platz gefehlt Der Kunde musste sich an Fotos oder kleineren Steinproben orientieren. Diese Zelten sollen schon im Herbst 2016 vorbei sein. Der Umzug aus den vertrauten Räumlichkeiten im hinteren Teil des 5800 Quadratmetern großen Grundstückes in die neue Umgebung ist für Oktober geplant.
Steinmetzmeister und Steintechniker Lars Jauer lässt sich das Bauprojekt eine hohe sechsstellilge Summe kosten. Dafür stellte ihm das Detmolder Unternehmen Maaß Industriebau die 36 Meter lange, 16 Meter breite und 7 Meter hohe Halle aus atmungsaktiven Porenbeton-Elementen sowie den vorgelagerten Bürotrakt auf den Hof. Eine Wasseraufbereitung im Erdreich, eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion auf dem Dach und sparsame LED-Leuchten darunter sind bereits Installiert. Aktuell werden Fußboden­ und Wandbeläge eingearbeitet. Dann fehlen noch die Endmontage im Sanitärbereich sowie Malerarbeiten und die Gestaltung der Außenanlage. »Es ging uns auch darum, hier unsere elf Arbeitsplätze zu sichern«, betont Jauer. Der 43-jährige Familienvater beschäftigt drei Leute in der Montage, zwei im Büro sowie vier weitere und einen Auszubildenden in der Fertigung. Dort ist mittelfristig die Anschaffung einer neuen Großmaschine vorgesehen. »Wir kriegen eine Brückensäge«, verkündet Lars Jauer. »Sie macht den Zuschnitt der Steinplatten, das Fräsen und Bohren einfacher und schneller.«
Im 43. Jahr seit ihrer Gründung macht die Jauer Natursteine GmbH &. Co. KG einen mutigen Schritt. um sich weiter am Markt zu behaupten. Firmengründer Uwe Jauer, ebenfalls Steinmetzmeister, ist inzwischen 67 Jahre alt und hat weiterhin Prokura, steht seinem Sohn Lars aber nur noch gelegentlich und auf Abruf zur Verfügung. Er hatte das Unternehmen 1973 im Kotten an der Carl­Severing-Straße 160 aus der Taufe gehoben. 1993 wurde die Produk­tion auf das Mietgrundstück. an der Eisenstraße verlagert. 2013 erwarben die Jauers das Gelände, und Las Jauer löste seinen Vater als Firmenchef ab. Der Betrieb beliefert heute Küchenstudios, Maler- und Maurergeschäfte sowie Privatkunden in ganz OWL.


 




 

 

Rosette zusammengefügt: ein starkes Stück Mittelalter

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Die 44 Einzelteile haben ihren Platz gefunden: Der Wiederaufbau der mittelalterlichen Maßwerk-Rosette aus der Neustädter Marienkirche imHistorischen Museum ist abgeschlossen. Das Maßwerk aus Teutoburger-Wald-Sandstein stammt aus dem 14. Jahrhundert. 2010 wurde esim »Ravensberger Dom« durch eine Rekonstruktion ersetzt – die 700 Jahre alte Fensterfassung hätte starkem Winddruck nicht mehr Standhalten können. Dr. Wilhelm Stratmann, Leiter des HistorischenMuseums (Mitte), betrachtet das Maßwerk als einen Höhepunkt der neuen Mittelalter-Abteilung. Steinbildhauermeister Uwe Jauer (links) ist zufrieden, dass nicht nur erfahrene Mitarbeiter, sondern auch der Nachwuchs das »Puzzle« zu einem Erfolg gemacht haben. FürSparkassen-Sprecher Christoph Kaleschke ist die Einbindung von Azubis ein Grund für die Förderung des Projektes von 10 000 Euro aus Zweckerträgen von »PS Sparen + Gewinnen«. Zudem sei die Rekonstruktion der Fensterrosette selbst überzeugend gewesen: »Dieses fünf Meter hohe Maßwerk macht Mittelalter erlebbar.« Angesprochenworden sei die Sparkasse vom Vorsitzenden des Fördervereins des Museums, Hans-Günter Lamm.
bp/Foto: Mike-Dennis Müller Westfalen Blatt

Schmuckstück des Museums

Die mittelalterliche Rosette aus der Neustädter Marienkirche ist fertig
VON THOMAS GÜNTTER (Neue Westfälische)

Mitte. Die mittelalterliche Rosette aus einem Kirchenfenster der Neustädter Marienkirche ist fertig und steht jetzt im Historischen Museum. Zur Einweihung hatte Museumsleiter Dr. Wilhelm Stratmann alle Sponsoren und Förderer eingeladen. Die Sparkasse Bielefeld hatte 10.000 Euro gestiftet. Besonderen Dank zollte Stratmann der Kreishandwerkerschaft und ihrem Geschäftsführer Jürgen Sautmann. Der ehemalige Kreishandwerks- meister Hans-Günter Lamm war Mitglied im Förderverein des Historischen Museums und sorgte durch seine guten Kontakte dafür, dass die Arbeiten an demfiligranen Maßwerk aus der Spätgotik gut vorangingen. Wie berichtet, war das Kirchenfenster einsturzgefährdet. Das hatte die Gemeinde im Jahr 2011 bemerkt, als sie das Fenster neu verglasen wollte. Die Rosette aus Sandstein ist jetzt an einem Betonring befestigt. Den hatte die Baugesellschaft Sudbrack hergestellt. Geschäftsführer Roland Riestenpatt sagte, dass sie aus drei Teilen bestehen. Das gesamte
Maßwerk mit dem spitz zulaufenden Rahmen wiegt 8,5 Tonnen. Deshalb mussten die Statiker Friedhelm Pott und Joachim Spengemann die Statik für die Museumsdecke neu berechnen. Gute Nachricht: Die Decke hält. Einen wesentlichen Anteil an dem Aufbau der Rosette hatte Steinmetzmeister Uwe Jauer mit seinen Auszubildenden. Alles in allem zogen sich die Arbeiten über zwei Wochen hin. Die Rosette war in 48 Einzelteilen auf dem Bauhof gelagert worden. Mit Edelstahlstiften und einer genauen Schablone auf einer Holzwand wurden die genauen Positionen der Teile festgelegt. Für die Sparkasse kam Christoph Kaleschke. Ausstellungsgestalter Michael Falkenstein nannte das gotische Maßwerk einen „eyecatcher“ (Blickfang) für das Historische Museum. Die reine Höhe des Maßwerks beträgt 5,15 Meter, die der darunterliegenden Fenster mehr als acht Meter. Peter Salchow von der Neustädter Marienkirche, der Pastor Alfred Menzel vertrat, bezifferte die Kosten der neuen Rosette, die in der Neustädter Marienkirche eingebaut wurde, auf rund 135.000 Euro. Das neue Maßwerk, eine 1:1-Kopie des alten, wurde aus Thüringer Sandstein hergestellt. Der alte Sandstein kam aus dem Teutoburger Wald. Heute stehen diese Steinbrüche unter Naturschutz. Es gibt kein neues Material mehr.

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Vor der Rosette stehen (v. l.) Christoph Kaleschke (Sparkasse),
Steinmetzmeister Uwe Jauer und Dr. Wilhelm Stratmann (Historisches Museum).

FOTO: WOLFGANG RUDOLF

 

 

 

Ein Meilenstein nach 40 Jahren

Generationswechsel, Geburtstag und Jubiläen bei Natursteine Jauer
Quelle (jgl). Eine lange Schlange hat sich gebildet. Alle wollen Uwe und Lars Jauer gratulieren, und es werden Geschenke und Blumen überreicht. Vater und Sohn begrüßen jeden ihrer Gäste herzlich. Und es gibt viel zu feiern: Das 40-jährige Bestehen der Firma, Firmenjubiläum, die Geschäftsübergabe im Vorjahr, ein 65. Geburtstag, ein Arbeitsjubiläum (50 Jahre) und schließlich auch den Einzug in den wohlverdienten Ruhestand von Uwe Jauer. All das wird nun in größerem Rahmen mit Familie, Freunden und Wegbegleitern im Hotel Büscher gefeiert. 1973, kurz nach der Meisterschule, gründete Uwe Jauer seinen Steinmetz-Betrieb an der Carl-Severing-Straße in einem umgebauten Bauernhaus. Genau 20 Jahre später zog der Betrieb an die Eisenstraße, weil die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, um auch kompliziertere eigene Arbeiten zu produzieren. Seitdem beliefert der Betrieb beispielsweise Küchenstudios mit den selbst hergestellten Arbeitsplatten. 1986 hatte Uwe Jauer noch eine Weiterbildung zum Restaurator gemacht und wurde schließlich 1997 von der Handwerkskammer zum Sachverständigen für das Steinmetz- Handwerk bestellt. Besonders stolz ist Uwe Jauer unter anderem auf seine Beteiligung am Wiederaufbau der Brackweder Bartholomäus-Kirche nachdem Brand im Jahr 1990. Auch ehrenamtlich hat sich der Unternehmer stark engagiert, ob als Vorsitzender der Queller Gemeinschaft oder in der Freiwilligen Feuerwehr, einem weiteren Lebensbereich, den er mit seinem Sohn teilt. Lars Jauer machte seine Ausbildung im elterlichen Betrieb, trotz der anfänglichen Skepsis seines Vaters. „Weil so etwas meistens nicht gut geht“, soUwe Jauer. Gut gegangen ist es aber doch, so gut, dass Uwe Jauer seinen Sohn kurze Zeit nach bestandener Meisterprüfung 1997 in die Leitung des Betriebs mit einbezog und schließlich 2005 mit 50 Prozent am Unternehmen beteiligte. Im Vorjahr wurden dann auch noch die anderen 50 Prozent übertragen.
„Es war ein fließender Übergang“, erzählt Lars Jauer. Uwe Jauer will jetzt seinen Ruhestand genießen, mehr Zeit mit seinen vier Enkelkindern verbringen, vielleicht wieder – wie in seiner Jugend – in einer
Rockband spielen und Fahrrad fahren. Eine große Tour ist bereits geplant: Über sechs Wochen und in 35 Etappen soll es von Südtirol bis nach Sizilien gehen. Zum Beginn dieses neuen Lebensabschnitts schenkt Lars Jauer seinem Vater etwas Besonderes: Einen 800-Jahre-Bielefeld- Meilenstein,der nun auch einen neuen Abschnitt im Leben der beiden Männer und der Firma Jauer markiert.

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Uwe Jauer (links) und sein Sohn Lars freuen
sich auf einen neuen Abschnitt.
FOTO: JUDITH GLADOW